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Auftaktveranstaltung zum Job Shadowing am Schmeller-Gymnasium

Wann ist ein erwachsener Mensch glücklich? Die Frage ist meist leichter zu beantworten als man denkt, nämlich, wenn er sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben zufrieden ist.

Dabei, im Privatleben glücklich zu werden, kann den Schülern am Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium von Lehrerseite her leider nur sehr bedingt geholfen werden. Was die Berufswahl angeht, wird hingegen kräftig geholfen, denn seit einigen Jahren haben die Schüler die Möglichkeit in der Oberstufe an einem Projekt namens Job Shadowing teilzunehmen. Die Schüler bekommen für den Beruf, für den sie sich interessieren, einen erfahrenen Mentor an die Seite gestellt.

Häufig haben junge Menschen eine komplett falsche Vorstellung von dem Beruf, den sie einmal ergreifen wollen und merken erst spät, dass der Beruf eigentlich nichts für sie ist.

Laut einer 2024 vom HR publizierten Studie sind 26 Prozent der Deutschen zwischen 18 und 60 Jahren unzufrieden mit ihrer Berufswahl. Jeder Fünfte bereut also das zu tun, was er gerade beruflich tut. Von diesen Unzufriedenen sind 45 Prozent der Meinung, dass sie zu wenig Gehalt bekommen, 32 Prozent finden, dass ihre Arbeit zu stressig für sie ist. Weitere 29 Prozent geben als Ursache an, dass der Beruf nicht ihrer Persönlichkeit entspreche.

Am Donnerstag, den 26. Februar fand deshalb die Auftaktveranstaltung des Job-Shadowing-Projekts in der Aula des JAS- Gymnasiums statt. Die Projektleitung samt der Mentoren-Akquise oblag OStRin Dr. Nadine Kilgert-Bartonek. In diesem Schuljahr hatten sich über dreißig Schüler für das Projekt angemeldet.

Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin StDin Dr. Anja Wiesner erläuterte die betreuende Lehrkraft den Ablauf der „Beschattung am Arbeitsplatz“. Die Mentorinnen und Mentoren stehen den Jugendlichen bei Fragen zur Verfügung, beraten sie hinsichtlich der Ausbildung bzw. des Studiums und vermitteln ihnen einen Eindruck von ihrem Arbeitsalltag. Letzteres geschieht durch Schnuppertage im Unternehmen, der Einrichtung etc. Die jungen Erwachsenen erleben dadurch hautnah, was sie einmal beruflich machen könnten – oder vielleicht aber auch, was sie doch nicht tun möchten. Ihnen bietet sich also die einmalige Chance, ihren derzeitigen Berufswunsch auf die Probe zu stellen.

Um dies zu veranschaulichen, gaben zwei Schüler aus dem Vorjahr einen knappen Bericht ab. Die eine Schülerin wurde in ihrem Traumberuf als Grundschullehrerin bestätigt, wohingegen der andere Schüler feststellen musste, dass der angestrebte Beruf als Journalist überhaupt nicht seinen Vorstellungen entsprach.

Im Anschluss daran stellten sich die Mentoren kurz vor. Die Bandbreite der Berufe war groß: Innenarchitektin, Pilot, Ernährungswissenschaftlerin, Maschinenbauingenieur, Rechtsanwalt, Hebamme, Psychologin, Eventmanager, PR-Beraterin, Financial Controllerin, Bundespolizist, Chirurg, Tierärztin, HR-Manager, Pflegedirektor, Ingenieur Elektromobilität, Informatiker, Leistungsdiagnostiker, Gymnasiallehrerin Sport, Erzieherin, Schauspielerin, Logopädin. Die ersten Vieraugengespräche zwischen Mentoren und Schülern fanden in geselligem Rahmen rund ums Buffet statt.

Die Schüler hatten sich im Vorfeld Fragen überlegt, die sie ihren Mentoren dabei stellen konnten, so zum Beispiel: Ist das Studium sehr anspruchsvoll? Wie hoch ist die Bezahlung im späteren Beruf? Wie beeinflusst die KI Ihre Berufswelt? Welche Fähigkeiten und Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach wichtig, um den Beruf erfolgreich auszuüben? Ist der Beruf gut mit einem Familienleben vereinbar? Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf nicht? Was empfinden Sie als größte positive Herausforderung in Ihrem Beruf? Wie sieht die Verteilung der Geschlechter in Ihrer Arbeitswelt aus? Welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Ihrer Branche?

Text und Foto: OStRin Dr. Nadine Kilgert-Bartonek