Vorlesetag 2018 Diendorf

Die Grundschüler und –schülerinnen aus Diendorf treffen berühmte Katzen wie Findus und Lodibusch im Freilandmuseum Neusath-Perschen. Das Freilandmuseum Neusath-Perschen als außerschulischer Vorlese-, Erzähl- und Lernort.

Frau Erika Eichenseer erzählt den Schülerinnen und Schülern der Klasse 3b der Diendorfer Grundschule ausgewählte Märchen.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2b versuchten sich beim „Melken“ an der Holzkuh.

Felicitas Telle und Luisa Schlosser, Tutorinnen der 10. Jahrgangsstufe, lesen den Schülerinnen und Schülern der Klasse 3b aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ vor, das die Kinder sodann szenisch nachspielten.

Wenn die Tage kürzer werden und die Nächte länger, dann ist es an der Zeit, sich Geschichten erzählen oder vorlesen zu lassen. Und welcher Ort eignet sich besser dafür als die warmen Stuben in den Höfen des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen? Das dachten sich wohl auch die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Diendorf sowie deren Lehrkräfte, als sie die Einladung von Oberstudienrätin Catharina Höcherl, die als teilabgeordnete Lehrerin derzeit am Museum arbeitet, ins OFM annahmen. Die enorme Bedeutung des Vorlesens belegt auch die Vorlesestudie 2018 der Stiftung Lesen, die zu dem Ergebnis gelangt, dass regelmäßiges Vorlesen Grundschülern das Lesenlernen erleichtert.

So trafen die Schülerinnen und Schüler der Grundschule am frühen Morgen bei klirrender Herbstkälte und strahlendem Sonnenschein im Rahmen eines Vorlese- und Projekttages vor wenigen Tagen am Museum ein und wurden sogleich von den das Projekt durchführenden Tutorinnen des Johann Andreas Schmeller-Gymnasiums empfangen, um sie zu den einzelnen Vorleseorten im Freilandmuseum  zu begleiten. So traf die Klasse 1b in der warm beheizten Stube des Kolbeckhofes ein, in der die Museumsleiterin des Oberpfälzer Freilandmuseums Neusath-Perschen, Frau Dr. Birgit Angerer, aus dem Kinderbuch „Wie Findus zu Pettersson kam“ vorlas. Natürlich wurde auch die Frage beantwortet, warum Katzen wie Findus zur Zeitstellung des Kolbeckhofes noch so eine enorme Bedeutung hatten: Die Kinder erkannten sofort, dass sie durch das  Auffressen der Mäuse dafür Sorge trugen, dass die Getreidevorräte nicht durch Mäuse verunreinigt oder weggefressen wurden. Da auch Kartoffeln in den bäuerlichen Betrieben der Oberpfalz schon immer ein wichtiges Anbauprodukt waren und noch immer sind, durften die Kinder anschließend aus Kartoffelstempeln Drucke anfertigen. Die Tutorinnen der 10. Jahrgangsstufe des JAS-Gymnasiums Nabburg, Marie Demleitner  und Marie Jungwirth, lasen den Schülerinnen und Schülern der Klasse 2b in der Stube des Denkenbauerhofes die fantastische Erzählung „Ach du lieber Hexenbesen“ vor. Die in der Geschichte thematisierte schwarze Katze Lodibusch mag Milch, die für die Landwirtschaft zur Zeitstellung des Museums eine ebenso große Rolle spielte wie für die heutige, so dass sich die Kinder nach dem Vorlesen auch gleich an die Arbeit machten und sich nach Einweisung der landwirtschaftlichen Mitarbeiterin des Oberpfälzer Freilandmuseums, Frau Forster, im  Melken am künstlichen Euter der Holzkuh versuchten und an diesem Arbeitsgang die Mühen der Arbeit in der Landwirtschaft vor dem Einsatz strombetriebener Melkmaschinen erkannten. Die in Handarbeit gewonnene Milch, das heißt der sich absetzende Rahm wurde früher auch zu Butter weiterverarbeitet. Darin versuchten sich deshalb auch sogleich die Kinder. Hilfe bekamen sie bei der Schweiß treibenden Arbeit des Butterstampfens von der landwirtschaftlichen Mitarbeiterin, Frau Zimmermann, und nach getaner Arbeit durften die Schülerinnen und Schüler die selbst gemachte Butter auch gleich auf Brote gestrichen probieren. Welch eine Köstlichkeit, umso mehr da sie selbsttätig hergestellt worden war! Auf die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3b und 4b wartete zeitgleich eine Überraschung, denn Frau Erika Eichenseer, Realschullehrerin a. D., Autorin, Märchenforscherin und passionierte Märchenerzählerin, hatte sich spontan bereit erklärt hat, als Lesepatin zu fungieren. Sie erzählte ausgewählte Märchen des Oberpfälzer Märchensammlers Franz Xaver von Schönwerth in der warm beheizten Stube des Denkenbauernhofes im Freilandmuseum.  Die Sonnenstrahlen, die in die Stube strahlten, nahmen dabei den manchmal doch recht schaurigen Märchen etwas an Gruselmomenten. Erzählen schule die Wahrnehmungsfähigkeit und Aufmerksamkeit, so Frau Eichenseer, und habe eine besondere Bedeutung, auch als Vorstufe des Vorlesens. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3b und 4b der Diendorfer Grundschule besuchten an diesem Vorlesetag auch die auf dem Gelände des Oberpfälzer Freilandmuseums  lebenden Schweine, Kühe und Ziegen, denn Tiere sind immer wieder Thema in Schönwerths Märchen. Nach diesem ereignisreichen Vormittag waren sich alle einig: Im außerschulischen Lernort Freilandmuseum macht es Spaß, Neues zu erfahren.