UNI, OTH, Duales Studium oder doch lieber zuerst etwas „Richtiges“ lernen?

Q 11 des Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasiums Nabburg bei Tagen der vertieften Studien- und Berufsorientierung im Kloster Ensdorf

Die dreitägige Veranstaltung, die auf das Leben nach dem Abitur vorbereiten soll, ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Ausbildung  am Nabburger Gymnasium geworden.

Der Blick über den gymnasialen Tellerrand hinaus in die ungewisse Zukunft nach dem Abitur schien vielen Teilnehmern zunächst noch verfrüht. Diese Einstellung änderte sich aber sehr schnell, denn die Bewerbungsfristen – in der Welt der Wirtschaft und der Universitäten  - liegen oft weit vor dem tatsächlichen Beginn der Ausbildung. Eine erste grundlegende Erkenntnis der über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Es hat sich bestens bewährt, dass sich die Schülerinnen und Schüler ohne den Druck von Klausuren, Hausaufgaben und mündlichen Leistungen  ganz auf die Planung ihrer Zukunft konzentrieren können.

Hochschulen der Region (Uni und OTH Regensburg, OTH Amberg-Weiden) stellten ihr reichhaltiges Angebot vor. Ortsnahe Firmen und Unternehmen informierten eingehend über Karrierechancen und Duale Studiengänge (z.B. emz Hanauer, Witt-Gruppe, Conrad Electronics, Krones AG, Raiffeisenbank, Allianz, F.EE).

Viele Teilnehmer hörten zum ersten Mal von einem Assessment Center und durften dann - unter der professionellen Anleitung der Sparkasse, der AOK und von Conrad Electronics - gleich ausprobieren, ob sie der Konkurrenz standhalten und sich für ein Unternehmen qualifizieren könnten.

Die Schülerinnen und Schüler der Q11 waren mit bereits verfassten Bewerbungsmappen angereist und hatten die Gelegenheit, ihr wohl erstes Bewerbungsgespräch bei echten „Personalern“ aus der Wirtschaft zu führen.

Immer wieder schön ist zu beobachten, wie sich am Tage der Vorstellungsgespräche nicht nur die Stimmung ändert (die Anspannung ist im ganzen Haus der Begegnung fast greifbar), auch der Dresscode ist ein ganz anderer, denn jeder Bewerber möchte nicht nur durch scharfen Intellekt, sondern auch durch perfektes Aussehen beeindrucken. Ängste, die bei vielen Schülerinnen und Schülern im Vorfeld aufkamen, konnten in den Feed-Back-Gesprächen nach den Vorstellungsgesprächen meist ausgeräumt werden.

Themen von allgemeinem Interesse - wie z.B. die Finanzierung des Studiums und die richtige Art, sich zu benehmen und zu präsentieren - wurden in Pflichtveranstaltungen eingehend erörtert. Zudem konnten sich alle in Wahlvorträgen (z.B. Berufsfelder Wirtschaft, Technik und IT, Soziale Arbeit, Laufbahn beim Zoll/bei der Polizei, Fachmesse „Vocatium“, Lehramt, Psychologie) mit ihrem aktuellen Studien- und Berufswunsch auseinandersetzen.

Nicht nur die Schüler profitieren von dieser Veranstaltung; auch die Unternehmen haben ein Interesse daran, begabte junge Menschen frühzeitig an sich und damit an die Region zu binden.

„Ich bin fix und fertig, das war ja viel stressiger als normaler Unterricht“, gestand eine sichtlich zufriedene Teilnehmerin am Ende der drei informativen Tage. Die über 30 Referenten waren sich mit den begleitenden Lehrkräften einig, dass sich die doch noch recht jungen Teilnehmer sehr interessiert gezeigt und die Chance, sich auf die Zukunft vorzubereiten, optimal genutzt hatten.

Ihre persönlichen Erkenntnisse fassen die Schüler in einem Portfolio für das Unterrichtsfach „Beruf und Studium“ zusammen.

Besonderer Dank gebührt Frau Klatt vom Bildungswerk Kolping in Schwandorf, die durch ihre durchdachte Organisation wieder einmal für einen reibungslosen Ablauf sorgte.

Bleibt zu hoffen, dass diese Veranstaltung, die nur durch die finanzielle Unterstützung der Agentur für Arbeit möglich ist, in diesem bewährten Rahmen auch in den nächsten Jahren stattfinden kann.

StR Manuel Hautmann – Koordinator der beruflichen Orientierung am JAS