Ein toller Theaterabend

Für die Q12-Deutschkurse von Frau Birkmann und Herrn Fröhlich stand kurz vor Weihnachten ein besonderer Höhepunkt an: Eine Theaterfahrt ins Regensburger Theater am Bismarckplatz. Der Ausflug begann mit einem obligatorischen Besuch am Regensburger Weihnachtsmarkt.

Pünktlich vor  Beginn des Stücks „Ein großer Aufbruch“ von Magnus Vattrodt um 19.30 Uhr fand man sich vollzählig  im Theater ein. Die Plätze mit hervorragender Sicht begeisterten alle sofort. Dem Inhalt des Stücks, das die Thematik der aktiven Sterbehilfe aufgriff, mögen manche skeptisch gegenübergestanden sein. Die Aufführung mit 7 Darstellern und einem bedeutungsvollen Bühnenbild überzeugte jedoch in ganzer Hinsicht:

Der unheilbar kranke Vater Holm lud zu einem letzten Abendessen bei sich zu Hause ein, mit dem Vorhaben am nächsten Tag in der Schweiz aktive Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Das Eintreffen der verschiedenen Charaktere erwies sich als spannend. Ein eng mit der Familie befreundetes Ehepaar (Adrian und Katharina), die jüngere Tochter Charlotte, die ältere Tochter Marie in Begleitung ihres Lebensgefährten Heiko und die Ex-Frau Ella kommen seit längerem wieder zusammen. Konfliktpotenzial bringt nicht nur die Wahrheit über die Essenseinladung, die zu Beginn nur Marie bekannt ist, sondern auch die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Anwesenden und ihre Fauxpas in der Vergangenheit mit sich. Das von Holm friedlich angedachte Essen verwandelt sich in eine heikle Angelegenheit, die durch wilde Anschuldigungen und Streitereien gekennzeichnet ist. Dabei setzen sich die Figuren mit ihrem bisherigen Leben und den Beziehungen untereinander auseinander und zeigen sich mit Holms Entschluss nicht einverstanden. Diesen überkommen im Laufe des Treffens Zweifel an seinem Plan.

Der Fokus des Stücks bleibt nicht beständig auf dem Thema Sterbehilfe, sondern verweilt vor allem auch auf dem bisherigen Leben der Figuren und ihrer Einstellung bzw. der der anderen dazu. Nicht nur die schauspielerische Leistung, sondern auch die Gestaltung des Bühnenbilds und der Dialoge sind hervorzuheben. Die witzigen Dialoge und die Charakterzüge einiger Figuren sorgten für gute Unterhaltung. Der ernste Gehalt des Stücks wurde dadurch jedoch in keinster Weise ins Lächerliche gezogen und gut transportiert. Alles in allem erlebte man einen tollen Theaterabend, an dem auch die Verspätung der Deutschen Bahn bei der Heimreise nichts veränderte. ;)

Berit Haas, Q12